
Maske eines Oberhaupts (Fumu) (Mbuya)(Zentral-Pende) - Künstler: Gabama a Gingungu - EO.0.0.32128
1st quarter of the 20th century (1920s). RD Congo. Registered in 1930. Donated by W. Retivof (through Pierre Golenvaux).
In den 1980er Jahren trat die amerikanische Kunsthistorikerin Zoë Strother in die Fußstapfen Olbrechts. Durch Feldforschung und Gesprächen mit Künstlern von heute konnte sie die Biographie verschiedener Pende-Bildhauer rekonstruieren.
Anhand von Fotos der hier gezeigten Maske und auf der Grundlage von technischen und förmlichen Merkmalen erkannten die von ihr interviewten Pende-Künstler formell die Hand von Gabama a Gingungu (1890?-1965). Es wird angenommen, dass er die Maske in den 1920er Jahren angefertigt hat. Verschiedene Bildhauer sahen in diesem Exemplar sogar auf Anhieb ein Werk von Gabama. Sie erkannten u. a. die ikonografischen und stilistischen Details, insbesondere den pyramidenförmigen Tragus (das Stück vom Kieferknochen an der Vorderseite der Ohrmuschel), die Gestaltung der Haartracht und die hochgezogene Nase mit den ausgeprägten Nasenflügeln. Die Bildhauer aus den 1980er Jahren konnten sich an diesen berühmten Künstler noch erinnern und betrachteten ihn als den Besten von allen.
Gabama a Gingungu, geboren in der Umgebung von Nyoka-Munene, lernte das Handwerk von seinem Onkel Maluba (1870?-1935), einem renommierten Künstler, der jedoch schon bald von seinem Neffen übertroffen werden sollte. Nach einiger Zeit bestellten die Tänzer ihre Masken lieber bei Gabama als bei Maluba. Innerhalb von einigen Jahren verbreitete sich Gabamas Ruf in einem Großteil des Pende-Gebietes, und die Bestellungen gingen zahlreich ein. Ab den 1930er Jahren zog er in der Gegend von Dorf zu Dorf, auf der Suche nach Kunden. Bis zu seinem Tod blieb er als Bildhauer aktiv, aber seit den 1950er Jahren konzentrierte er sich auf Ikhoko, kleine Masken, die um den Hals getragen wurden. Dies lag ihm besser, je älter und körperlich schwächer er wurde.