EO.0.0.7943
Statue (Nkisi nkonde) (Yombe? Kakongo?) - EO.0.0.7943
1st quarter of the 19th century. Wood (Canarium schweinfurthii). RD Congo. Registered in 1912. Collected by A. Delcommune (in 1878).
Dieses Nkisi Nkonde war ursprünglich das Eigentum von Ne Cuco, einem der großen Oberhäupter der Stadt Boma, mit dem der belgische Faktoreibetreiber Alexandre Delcommune einen Konflikt hatte.
Die Bedeutung dieses Nkisi war nicht gering. Als die Männer von Delcommune die Figur beschlagnahmten, wurde dies von den Kongo-Führern fast wie eine Geiselnahme empfunden. Ne Cuco war sogar bereit, Lösegeld zu zahlen, um die Figur zurück zu erhalten.
Delcommune war mit diesem in der gesamten Gegend berühmten Fetisch nur allzu gut vertraut: Er hatte sich in der Vergangenheit selbst auf ihn berufen. Auf Empfehlung eines örtlichen Beamten hat er sich damals bereit erklärt, die Figur für teures Geld zu ‚vermieten‘. Der junge Belgier wollte die Figur benutzen, um Deserteure aufzuspüren, die ihm entwischt waren.
Delcommune spielte mit der Angst, die das Nkisi erzeugte, um so die Bevölkerung unter Druck zu setzen, damit sie die Deserteure an ihn ausliefern würde, was am Ende auch geschah.
Das Nkisi musste von einem Nganga (Wahrsager, traditioneller Heiler) aktiviert werden, dem dafür selbstverständlich auch eine Entlohnung zustand. Der Nganga schlug auf zeremonielle Weise einen Metallnagel in das Nkisi. Blieb der Nagel stecken, so der Bericht von Delcommune, so galt das Gesuch des ‚Klienten‘ als bewilligt. Fiel der Nagel jedoch heraus, konnte man davon ableiten, dass das Nkisi dem Gesuch nicht stattgeben wollte.